Siamkatze Timanfaya's Tokaja Yazoo - Siamesen Mandarin
 
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Letztes Update:
09 August 2011

Orientalische Katzen

Elegant, frech, zärtlich, gesprächig, laut, verspielt, arrogant, betörend, aufdringlich und nicht zuletzt ausgesprochen liebenswert. All das sind Attribute der orientalischen Katzen. So ähnlich stand es in meinem ersten Katzenbuch. Zwei Sätze, die mich vom ersten Augenblick an faszinierten und seitdem nicht mehr losgelassen haben. Sicher passen einige dieser Merkmale auch auf andere Katzenrassen, doch diese geballte Präsenz findet sich nur bei den Orientalen.

Yazoo Orientalische Katzen auf einem Haufen

Ein ganzer Haufen Orientalen in ihrer Lieblings Schlafposition "je mehr auf einem Haufen desto besser".

Siamesen

Die ersten Siamesen wurden Ende des 19. Jahrhunderts nach England gebracht und dort auf Ausstellungen gezeigt. Sie wirkten durch ihre Pointzeichnung und die saphirblauen Augen sehr überraschend auf das damalige Publikum.

Ihre Zucht begann etwa zeitgleich und schon damals wurde zwischen der rundköpfigen und der etwas schlankeren und langköpfigeren (Mardergesicht) Siam unterschieden. Diese Schlankformkatze hat sich letztendlich durchgesetzt und bestimmt den heutigen Siamtyp. Doch auch die "Rundköpfchen" haben eine Menge Liebhaber und sind heute unter dem Namen Thaikatze bekannt.

Die moderne Siam ist mittelgroß und fällt besonders durch ihren schlanken Körper, die hohen Beine, den langen, dünnen peitschenförmigen Schwanz und den langen dreieckigen Kopf mit den großen seitlich gesetzten Ohren auf. Das Fell ist kurz, seidig und eng anliegend.

Die Siam ist extrovertierter als jede andere Rassekatze. Sie hält gerne das ein oder andere Schwätzchen mit ihrem Lieblingsmenschen und überrascht dabei so manches Mal durch ihr unglaubliches Stimmvolumen.

Für Liebhaber von Katzen mit akrobatischen und komischen Talenten sowie einem Köpfchen, in dem viele verrückte Ideen Platz haben, ist eine Orientalin genau das richtige. Sie wird ihren Menschen unterhalten, verzaubern, verblüffen und manches mal auch fast zur Weißglut bringen, wenn er auf dem Weg zur Küche schon zum x-ten mal über seinen aufgeregten Verfolger stolpert.

Auch wird der Besitzer einer Siam, mit ihr ins Spiel vertieft, den lang erwarteten Spielfilm nur zur Hälfte zu sehen bekommen, weil er mal wieder die Zeit vergessen hat.

Wer eher eine ruhige, gemütliche Sofadeko sucht, sollte sich besser nicht mit einer Orientalin einlassen. Das würde beide Seiten eher stressen, als glücklich machen.

Die charakteristische Pointierung entsteht durch ein Gen (Cs), das einen Teilalbinismus hervorruft. Das hat zur Folge, das sich an den kühleren Körperstellen (Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz) die vorgesehene Fellfarbe zeigt, während der warme Körper albinohell bleibt. Dieses Gen ist auch für die blauen Augen der Pointkatzen verantwortlich.

So ist z.B. die seal-point Siam genetisch eine komplett durchgefärbte schwarze Katze.

Allerdings werden Pointkatzen immer weiß geboren. Ab der zweiten Lebenswoche beginnt die Maske sich langsam auszufärben und es dauert ein bis zwei Jahre, bis die Points komplett durchgefärbt sind.

       
Siam, Seal point:
Yazoo Monty
 
Siam, Cinnamon point:
Chazam van Salody
Bes.: I. Siepermann
 
Blue point Siam
s*Viskas Brianna
Bes.: St. Ahrens

Farben

Die älteste und bekannteste Farbvariante ist das seal point, gefolgt von blue point, chocolate point, lilac point, cinnamon point und fawn-point, red point und creme point. All diese Farbvarianten gibt es auch noch in tabby (getigert), tortie (schildpatt), mit und ohne Silber, mit und ohne weiß. Außerdem findet man auch noch weiße Siamesen ohne sichtbare Abzeichen, die foreign-white genannt werden.

   
Siam, Chocolate point: Yazoo Bazil  
Bes.: Fam Casino
 
Siam, Lilac point:
Anderwelt Donora silver catch
Z.: Gesine Wolf

Balinesen

Balinesen sind, kurz gesagt, halblanghaarige Siamesen. Sie gehören genauso zur Gruppe der Orientalen, haben den gleichen grazilen Körperbau und die gleichen Charaktermerkmale wie ihre kurzhaarigen Verwandten.

Da ihr Fell, obwohl halblanghaarig, etwas kürzer ist als bei anderen Halblanghaarrassen und keine Unterwolle hat, verfilzt es nicht. Es liegt am  Körper seidig an und der Schwanz ist fedrig behaart. Auch bilden sich weder eine Halskrause noch Höschen an den Hinterbeinen.

Man geht davon aus, daß immer mal kleine Kätzchen mit etwas längerem Fell in Siamwürfen vorkamen. Dabei handelte es sich um Spontanmutationen. Diese kleinen "Fehlschläge" wurden meist verschwiegen und an Liebhaber verschenkt. Als dann später Verpaarungen zwischen Siamesen und Persern zugelassen wurden um die Colourpoint Perser zu entwickeln, schlichen sich auch dadurch Langhaargene in die Siamzucht ein.

Die erste Langhaarsiam wurde um 1930 auf einer Show in den USA gezeigt, aber erst um 1940 begannen einige Züchter diese Variante gezielt zu züchten. Da die Rassebezeichnung "Langhaarige Siam" nicht auf allgemeines Wohlgefallen stieß, taufte die amerikanische Züchterin Helen Smith diese Katzen "Balinesen" um ihre Verwandtschaft mit den Siamesen nahezubringen.
Außerdem fühlte sie sich durch die grazilen Bewegungen der Tiere an Balinesische Tempeltänzerinnen erinnert.

Bei den Balinesen finden wir die gleichen Farbschläge, wie bei ihren Siamverwandten.



Balinese blue point: Max von der Rumpelshorst
Z.: M. Wolper

Orientalisch Kurzhaar

Um 1950 begann die geplante Zucht von Orientalisch Kurzhaar Katzen. Sie entstanden aus Verpaarungen zwischen Siamkatzen und einfarbigen Kurzhaarkatzen.
Durch die weitere planmäßige Einkreuzung von Siamesen wurde erreicht, daß sich Erscheinungsbild und Charakter wieder mehr der Siam anglich. Heute kann man sagen, daß die OKH eine einfarbige Siamkatze ist.

Die OKH ist eine mittelgroße schlanke Katze auf langen schlanken Beinen. Der Schwanz ist peitschenförmig lang, dünn am Ansatz und zu einer feinen Spitze auslaufend. Der Kopf ist lang und keilförmig mit großen, am Ansatz breiten Ohren, die, in ihrer seitlichen Platzierung, den Keil des Kopfes fortsetzen. Sie hat grüne Augen und das Fell ist seidig, kurz und eng anliegend.

Das Angebot der Fellfarben ist schon fast unübersichtlich groß. Man findet die Farben ebony (schwarz), havanna (chocolate), blue, lavender, cinnamon, fawn, rot und creme. Alle diese Farben gibt es in sämtlichen Tabbymustern, ticked (gebändert, wildfarben), mackerel (gestreift), classic (gestromt, marmoriert) und spotted (getupft), sowie mit silber, weiß oder tortie.

   
OKH, black smoke: Yazoo Idefix
Bes.: Fam. Will
 
Siam, blue-tabby-point:
Yazoo Kyla
   
 
   
OKH, Cinnamon:
Silver Fox´ D-Cinnamondream
Z.: Wendel Stoop
 
OKH, Havanna:
Yazoo Idgy

Mandarin, Orientalisch Langhaar, Javanese

Drei verschiedene Begriffe für ein und dieselbe Katze. Eine einheitliche Benennung dieser Varietät gibt es leider nicht. Jede Dachorganisation hat ihren eigenen Namen für diese Rasse. Allerdings etabliert sich der einheitliche Name Orientalisch Langhaar langsam in der Vereinslandschaft.

Die Mandarin ist eine Schlankformkatze, die aus Verpaarungen von Balinesen mit OKH entstanden ist.
Die Zucht dieser Rasse begann in den siebziger Jahren und in den achtziger Jahren wurde sie von den verschiedenen Dachorganisationen anerkannt.

Ihr Erscheinungsbild und ihr Charakter gleicht denen der anderen orientalischen Rassen, nur daß sie das halblange Seidenfell der Balinese trägt und die Farbenpracht der Orientalisch Kurzhaar.

   
Mandarin, ebony:
Mirrormere Bagheera Bregolas  
Bes.: Cathy Galfo Z.: St. Ahrens
 
Mandarin, chocolate tabby classic:
Shamrock Scathelock van Ravenscar Züchterin/Besitzerin: Edith de Geest
   
 
 
Mandarin, black-silver-tabby-ticked:
Mirrormere Branwen Yazoo
 
Mandarin, silver shaded:
Rakiscats Lady Drusilla 
Bes.: St. Ahrens
Z.: Cathy Galfo

 

 

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