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Orientalische Katzen
Elegant, frech, zärtlich, gesprächig, laut, verspielt, arrogant, betörend,
aufdringlich und nicht zuletzt ausgesprochen liebenswert. All das sind
Attribute der orientalischen Katzen. So ähnlich stand es in meinem ersten
Katzenbuch. Zwei Sätze, die mich vom ersten Augenblick an faszinierten
und seitdem nicht mehr losgelassen haben. Sicher passen einige dieser
Merkmale auch auf andere Katzenrassen, doch diese geballte Präsenz findet
sich nur bei den Orientalen.

Ein ganzer Haufen Orientalen in ihrer Lieblings Schlafposition "je mehr
auf einem Haufen desto besser".
Siamesen
Die ersten Siamesen wurden Ende des 19. Jahrhunderts nach England gebracht
und dort auf Ausstellungen gezeigt. Sie wirkten durch ihre Pointzeichnung
und die saphirblauen Augen sehr überraschend auf das damalige Publikum.
Ihre Zucht begann etwa zeitgleich und schon damals wurde zwischen der
rundköpfigen und der etwas schlankeren und langköpfigeren (Mardergesicht)
Siam unterschieden. Diese Schlankformkatze hat sich letztendlich durchgesetzt
und bestimmt den heutigen Siamtyp. Doch auch die "Rundköpfchen"
haben eine Menge Liebhaber und sind heute unter dem Namen Thaikatze bekannt.
Die moderne Siam ist mittelgroß und fällt besonders durch
ihren schlanken Körper, die hohen Beine, den langen, dünnen
peitschenförmigen Schwanz und den langen dreieckigen Kopf mit den
großen seitlich gesetzten Ohren auf. Das Fell ist kurz, seidig und
eng anliegend.
Die Siam ist extrovertierter als jede andere Rassekatze. Sie hält
gerne das ein oder andere Schwätzchen mit ihrem Lieblingsmenschen
und überrascht dabei so manches Mal durch ihr unglaubliches Stimmvolumen.
Für Liebhaber von Katzen mit akrobatischen und komischen Talenten
sowie einem Köpfchen, in dem viele verrückte Ideen Platz haben,
ist eine Orientalin genau das richtige. Sie wird ihren Menschen unterhalten,
verzaubern, verblüffen und manches mal auch fast zur Weißglut
bringen, wenn er auf dem Weg zur Küche schon zum x-ten mal über
seinen aufgeregten Verfolger stolpert.
Auch wird der Besitzer einer Siam, mit ihr ins Spiel vertieft, den lang
erwarteten Spielfilm nur zur Hälfte zu sehen bekommen, weil er mal
wieder die Zeit vergessen hat.
Wer eher eine ruhige, gemütliche Sofadeko sucht, sollte sich besser
nicht mit einer Orientalin einlassen. Das würde beide Seiten eher
stressen, als glücklich machen.
Die charakteristische Pointierung entsteht durch ein Gen (Cs), das einen
Teilalbinismus hervorruft. Das hat zur Folge, das sich an den kühleren
Körperstellen (Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz) die vorgesehene
Fellfarbe zeigt, während der warme Körper albinohell bleibt.
Dieses Gen ist auch für die blauen Augen der Pointkatzen verantwortlich.
So ist z.B. die seal-point Siam genetisch eine komplett durchgefärbte
schwarze Katze.
Allerdings werden Pointkatzen immer weiß geboren. Ab der zweiten
Lebenswoche beginnt die Maske sich langsam auszufärben und es dauert
ein bis zwei Jahre, bis die Points komplett durchgefärbt sind.
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Siam, Seal point:
Yazoo Monty
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Siam, Cinnamon point:
Chazam van Salody
Bes.: I. Siepermann
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Blue point Siam
s*Viskas Brianna
Bes.: St. Ahrens
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Farben
Die älteste und bekannteste Farbvariante ist das seal point, gefolgt
von blue point, chocolate point, lilac point, cinnamon point und fawn-point,
red point und creme point. All diese Farbvarianten gibt es auch noch in
tabby (getigert), tortie (schildpatt), mit und ohne Silber, mit und ohne
weiß. Außerdem findet man auch noch weiße Siamesen ohne sichtbare Abzeichen,
die foreign-white genannt werden.
Balinesen
Balinesen sind, kurz gesagt, halblanghaarige Siamesen. Sie gehören
genauso zur Gruppe der Orientalen, haben den gleichen grazilen Körperbau
und die gleichen Charaktermerkmale wie ihre kurzhaarigen Verwandten.
Da ihr Fell, obwohl halblanghaarig, etwas kürzer ist als bei anderen
Halblanghaarrassen und keine Unterwolle hat, verfilzt es nicht. Es liegt
am Körper seidig an und der Schwanz ist fedrig behaart. Auch bilden
sich weder eine Halskrause noch Höschen an den Hinterbeinen.
Man geht davon aus, daß immer mal kleine Kätzchen mit etwas längerem
Fell in Siamwürfen vorkamen. Dabei handelte es sich um Spontanmutationen.
Diese kleinen "Fehlschläge" wurden meist verschwiegen und an Liebhaber
verschenkt. Als dann später Verpaarungen zwischen Siamesen und Persern
zugelassen wurden um die Colourpoint Perser zu entwickeln, schlichen sich
auch dadurch Langhaargene in die Siamzucht ein.
Die erste Langhaarsiam wurde um 1930 auf einer Show in den USA gezeigt,
aber erst um 1940 begannen einige Züchter diese Variante gezielt zu züchten.
Da die Rassebezeichnung "Langhaarige Siam" nicht auf allgemeines Wohlgefallen
stieß, taufte die amerikanische Züchterin Helen Smith diese Katzen "Balinesen"
um ihre Verwandtschaft mit den Siamesen nahezubringen.
Außerdem fühlte sie sich durch die grazilen Bewegungen der Tiere an Balinesische
Tempeltänzerinnen erinnert.
Bei den Balinesen finden wir die gleichen Farbschläge, wie bei ihren
Siamverwandten.

Balinese blue point: Max von der Rumpelshorst
Z.: M. Wolper
Orientalisch Kurzhaar
Um 1950 begann die geplante Zucht von Orientalisch Kurzhaar Katzen.
Sie entstanden aus Verpaarungen zwischen Siamkatzen und einfarbigen Kurzhaarkatzen.
Durch die weitere planmäßige Einkreuzung von Siamesen wurde erreicht,
daß sich Erscheinungsbild und Charakter wieder mehr der Siam anglich.
Heute kann man sagen, daß die OKH eine einfarbige Siamkatze ist.
Die OKH ist eine mittelgroße schlanke Katze auf langen schlanken Beinen.
Der Schwanz ist peitschenförmig lang, dünn am Ansatz und zu einer feinen
Spitze auslaufend. Der Kopf ist lang und keilförmig mit großen, am Ansatz
breiten Ohren, die, in ihrer seitlichen Platzierung, den Keil des Kopfes
fortsetzen. Sie hat grüne Augen und das Fell ist seidig, kurz und eng
anliegend.
Das Angebot der Fellfarben ist schon fast unübersichtlich groß. Man findet
die Farben ebony (schwarz), havanna (chocolate), blue, lavender, cinnamon,
fawn, rot und creme. Alle diese Farben gibt es in sämtlichen Tabbymustern,
ticked (gebändert, wildfarben), mackerel (gestreift), classic (gestromt,
marmoriert) und spotted (getupft), sowie mit silber, weiß oder tortie.
Mandarin, Orientalisch Langhaar, Javanese
Drei verschiedene Begriffe für ein und dieselbe Katze. Eine einheitliche
Benennung dieser Varietät gibt es leider nicht. Jede Dachorganisation
hat ihren eigenen Namen für diese Rasse. Allerdings etabliert sich
der einheitliche Name Orientalisch Langhaar langsam in der Vereinslandschaft.
Die Mandarin ist eine Schlankformkatze, die aus Verpaarungen von Balinesen
mit OKH entstanden ist.
Die Zucht dieser Rasse begann in den siebziger Jahren und in den achtziger
Jahren wurde sie von den verschiedenen Dachorganisationen anerkannt.
Ihr Erscheinungsbild und ihr Charakter gleicht denen der anderen orientalischen
Rassen, nur daß sie das halblange Seidenfell der Balinese trägt und die
Farbenpracht der Orientalisch Kurzhaar.
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